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  • AutorenbildMarkus Bopp

Leserbrief: sorry, falsche Partei

Anfangs September durfte ich anlässlich der Gewerbemesse Dielsdorf für die SVP an deren Stand Öffentlichkeitsarbeit durchführen. Wir verteilten diverse kleine Präsente und kamen dadurch mit einer Vielzahl an Menschen ins Gespräch. Einige Male bekam ich beim Anbieten des Geschenks den Satz: «sorry, falsche Partei» zu hören. Ich machte mir weiter nichts daraus, schliesslich kann ja jeder seine Meinung haben. Trotzdem wirken diese Worte auf mich irritierend. Persönlich würde ich nie ein Geschenk abweisen, nur weil mein Gegenüber Mitglied einer anderen Partei ist. Ich trinke noch so gerne ein Bier mit Personen linker Parteizugehörigkeit oder schwatze ebenfalls gerne mit Menschen aus Grünen oder sonstigen Parteien. Die schroffe Abweisung, nur weil jemand nicht der eigenen Partei zugehörig ist, liegt mir fern. Die Parteizugehörigkeit lässt keine Rückschlüsse auf das Wesen und den Charakter eines Menschen zu. Jede Person sollte die Chance kriegen, seinen Standpunkt darlegen zu können, ohne dass er mit Vorurteilen zu kämpfen hat. Die SVP legt Wert auf eine konservative, bürgerliche und wirtschaftsliberale Politik. Damit steht sie oft alleine da. Dies macht deren Parteimitglieder nicht zu besseren Menschen, aber auch nicht zu schlechteren. Zum Glück leben wir in einem Land, in welchem die Meinungsvielfalt, so hoffe ich, grossgeschrieben wird. Falls Sie also das nächste Mal die Möglichkeit haben, sich mit jemandem der SVP zu unterhalten: tun Sie es und antworten Sie nicht: «sorry, falsche Partei». Sie werden erkennen, dass es sich höchstwahrscheinlich um einen netten, vernünftigen, humorvollen und normalen Menschen handeln wird.


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